Die Geschichte

Die besten Bücher sind die, von denen jeder meint, er habe sie selbst schreiben können. – Blaise Pascal (1623-1662)

Die Geschichte: Von der Idee zum Erstleser

1. Willkommen!
2. Sie als Autor
3. Die Idee
4. Die Geschichte: Vorbereitung
5. Die Geschichte: Das kreative Schreiben
6. Die Geschichte: Die Überarbeitung
7. Die Geschichte: Erstleser

1. Willkommen!

Sie haben eine großartige Geschichte im Kopf, die Sie so auf dem Markt noch nicht gelesen haben, und wollen sie zu Blatt bringen. Vielleicht haben Sie bereits auch einen ganzen Roman geschrieben. Sehr gut! Ich beneide Sie. Mit seinen eigenen Charakteren die Geschichte des ersten Buches zu erleben und anschließend den letzten Satz zu schreiben, ist in etwa wie die Geburt ihres ersten Kindes, oder die Vollendung eines Marathons. Man lehnt sich zurück, fühlt sich frei, sorglos und so unvorstellbar glücklich!

Doch was nun? Nun sind Sie auf „derwegzumbestseller.de“ gelandet. Wahrscheinlich fühlen Sie sich verloren, vor einer enormen, dicken Wehrmauer, hinter der das Verlagswesen und die etablierten Autoren genüsslich Kaffeekränzchen halten und fröhlich lachen. Vielleicht hören Sie sogar ihr dumpfes Gelächter auf der anderen Seite der Mauer. Täuschen Sie sich nicht, so rosig sieht es für die meisten dahinter nicht aus. Aber Sie sind hier gelandet und haben die Motivation diesen steinigen Weg auf sich zu nehmen. Darum: Treten Sie einen Schritt zurück und nehmen Sie diese Mauer genauer unter die Lupe. Ist diese Mauer vielleicht nur vor Ihrer Nase gewesen? Sind nicht links und rechts Durchgänge? Hürden sehen meistens schwieriger zu bewältigen aus, als sie in der Realität sind.

Sie wollen wissen, ob „derwegzumbestseller.de“ Ihnen weiterhelfen wird? Ich verspreche Ihnen, als international erfolgreicher Autor, Sie werden Ihre Zeit nicht vergeuden. Ich möchte Ihnen helfen diesen schwierigen Weg zu vereinfachen, denn jeder kann ein Bestseller-Autor werden. Ich habe es geschafft, warum nicht auch Sie?

Der Weg zum Bestseller-Autor kann mit großen Hürden verbunden sein, oder, mit viel Glück, einer reichen Familie und/oder Hintergrundwissen, glatt ablaufen. Dieser ungewisse Weg schreckt viele Autoren ab. Muss es aber nicht.

Mit „derwegzumbestseller.de“ schaffen Sie nicht nur den Einstieg, ich gebe Ihnen auch Tipps aus meiner jahrelangen Erfahrung, damit Sie nicht die gleichen Fehler machen, die ich einst tat.

2. Sie als Autor

Neben einer guten Geschichte, ist Ihre persönliche Entwicklung als Autor fundamental. Sie werden sich fragen: Was macht einen guten Autor aus? Ich werde Ihnen meine Meinung eines guten Autors geben. Ich habe mich bei jedem Buch daran gehalten und bin damit immer erfolgreich gewesen.

– Ein guter Autor ist jemand der viel liest. Sie lesen gern und viel? Wunderbar! Dann haben Sie schon einmal einen der wichtigsten Punkte erfüllt. Nur vom Lesen alleine schreibt man noch lange keine Bestseller. Aber dahin kommen wir noch!

– Ein guter Autor braucht einen stabilen Geist. Das Handwerk jedes Künstlers* (der von Null anfängt und noch keine Beziehungen in diesem Milieu hat) ist verdammt hart. Man braucht Geduld, Geduld, Geduld und vor allem einen laaaangen Atem. Das Leben eines Autors besteht aus Höhen und Tiefen, wobei die Tiefen dominieren. Wenn Sie sich schnell entmutigen lassen, bleiben Sie am Ball! Lassen Sie sich nicht abschrecken! Die Erfolgserlebnisse gleichen diese schlimmen Zeiten tausendmal aus! Holen Sie sich rechtzeitig bei Freunden oder Verwandten Ihres Vertrauens moralische Unterstützung. Bitte scheuen Sie sich nicht davor. Schon viele sind an diesem Weg zerbrochen. Schützen Sie sich selbst, aber auch Ihre Mitmenschen.
* Ja, sie sind ein Künstler! Ich habe mich selbst lange gegen diese Bezeichnung gesträubt, aber Sie müssen sich, wenn Sie sich dessen nicht bewusst sind, damit abfinden.

– Ein guter Autor sollte weltoffen und unvoreingenommen sein und viele Erfahrungen gesammelt haben. Nur jemand, der viel erlebt hat, kann auch interessantes Berichten. Reisen Sie, erlernen Sie neue Sportarten und Sprachen, besuchen Sie irgendwelche Kurse und behalten Sie dabei die Augen offen. Saugen Sie alle Eindrücke ein.

– Ein guter Autor muss nicht gut in Rechtschreibung sein. Er muss gut Schreiben können. Er muss es schaffen zwischen den geschriebenen Zeilen seine eigene Magie einfließen zu lassen, die die Leser verzaubert. Versuchen Sie nicht Ihre Sprache auf eine unnatürliche Art und Weise verbessern zu wollen, das merkt der Leser. Ihre Sprache und auch der Schreibstil wird sich im Laufe des Schreibaktes automatisch verbessern.

– Ein guter Autor schreibt für sich UND für seine Leser. Ein Autor schenkt seinen Lesern eine Geschichte und hilft Ihnen den Alltag zu vergessen. Es muss Ihnen Spaß machen Ihre Leser zu verzaubern. Sie schreiben in erster Linie NICHT um reich und berühmt zu werden. Sie schreiben weil Sie Ihre Geschichten mit anderen teilen möchten.

– Ein guter Autor muss sein Handwerk lieben. Er muss es spüren, tief in sich, in seiner Magengegend, dass er genau das sein ganzes Leben tun will. Er muss wissen, dass ihn nichts und niemand davon abhalten kann seinen Traum zu erfüllen. Er muss sich im klaren sein, dass er für diesen Traum bis zum Ende kämpfen wird.

– Ein guter Autor ist ein Medium, der die Kommunikationszeichen aus der Vergangenheit aufnimmt und mit ihnen neues schafft. Alles wurde auf irgendeiner Weise schon einmal gesagt, geschrieben, erträumt oder erlebt. Selbst wenn der Autor sich darüber nicht bewusst ist, schreibt er trotz alledem „Texte“ nach. Das ist kein Problem! Wir benutzen Altes um Neues zu kreeiren, nur wir werden niemals abschreiben.

– Ein guter Autor sollte keine Scheu vor (konstruktiver) Kritik haben. Saugen Sie alle Informationen auf und denken Sie mit klarem Kopf über das gesagt nach.

– Ein guter Autor sollte mit den Medien umgehen können. Er sollte keine Scheu zeigen. Je mehr ein Autor die Öffentlichkeit auf eine positive Weise sucht, sich mit seinen Lesern beschäftigt und auch Nähe zeigt, desto beliebter wird er.

Die meisten Menschen haben Angst vor dem Unbekannten und werden auf Sie einreden, damit Sie diese „Brotlose Kunst“ vergessen. Würden Sie diesen Schritt wagen und gegen alle Zweifler und Schlechtredner antreten wollen? Sind Sie dieser Typ Mensch? Selbstverständlich, denn sonst wären Sie nicht hier.

Denken Sie an Einstein: „Die Realität ist nur eine Illusion, allerdings eine ziemlich hartnäckige.“

Zwei Bücher, die mir oft durch schwere Zeiten geholfen haben und ich Ihnen wärmstens empfehle, sind die folgenden: Und vergiss nicht, glücklich zu sein! (Christophe André) und Glück kommt selten allein … (Dr. Eckart von Hirschhausen):

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3. Die Idee

Die Idee kann Sie überall überfallen. Sie ist das Wichtigste. Sie ist die Basis für Ihre Geschichte. Jetzt heißt es aufschreiben. Egal worauf (Zettel, Handy, Haut, …), aber schreiben Sie sie auf! Je mehr desto besser. Ich habe für einen meiner Roman 6 Notizbücher vollgeschrieben und etliche Editor-Dateien als elektronische Notizen erstellt. Nicht jede Idee wird in der ausgedachten Situation benutzt, hilft Ihnen aber vielleicht bei einem späteren Zeitpunkt weiter.

Ein gutes Video zur Erstellung einer selbst ausgedachten Welt von von Kate Messner – TED Education (Englisch):

4. Die Geschichte: Vorbereitung

Die Vorbereitung Ihres Buches ist das A und O. Nehmen Sie sich die Zeit um zunächst die wichtigsten Etappen in Ihrer Geschichte zu ordnen. Anschließend arbeiten Sie alle Charaktere gründlich aus. Erstellen Sie „Personalausweise“ Ihrer Charaktere und schreiben diese nur neu, wenn sich Ihre Charaktere auch im Laufe der Geschichte ändern. Wenn sich Ihre Geschichte in einer Phantasie-Welt abspielt, dann zeichnen Sie eine Karte, beschreiben Sie die Landschaften. Erstellen Sie einen „Hauptkonflikt“ (Böser Junge ohne Arme will ein freundlicher Tennisspieler werden) und einen roten Faden, der sich quer durch Ihr ganzes Werk zieht. Setzten Sie wichtige Etappen, die Ihr Protagonist unbedingt erreichen muss, damit der Sinn Ihrer Geschichte nicht verloren geht, ABER vergessen Sie es die ganze Geschichte gliedern zu wollen. Lassen Sie Spielraum. Überraschen Sie sich selbst, wie Ihr Protagonist von A nach B kommt. Erleben Sie Ihre eigene Geschichte beim schreiben. Scheuen Sie sich nicht alte Ideen zu verwerfen und Ihre Geschichte damit eine komplett neue Wendung zu geben. Verlieren Sie dabei trotzdem nicht Ihr ursprüngliches Ziel aus den Augen.

An dieser Stelle empfehlen wir Ihnen einen raschen Blick auf Emma Coats gesammelte Pixar-Regeln.

Wenn Sie sich diese Regeln zu Herzen nehmen und eine gute Vorbereitung getroffen haben, können Sie mit dem „kreativen Schreiben“ beginnen.

5. Die Geschichte: Das kreative Schreiben

Was ist denn bitte das „kreative Schreiben“? Das kreative Schreiben beginnt, sobald Sie Ihre ersten Zeilen schreiben. Denken Sie nicht über Rechtschreibfehler nach, sondern schreiben Sie einfach drauf los.

„Der Anfang ist immer am schwersten!“ – Nein! Der Anfang ist beim kreativen Schreiben irrelevant, denn Sie werden ihn später abändern. Wenn Sie nicht wissen, wie Sie beginnen sollen, dann fangen Sie irgendwie an, egal wie, selbst mit einem Satz, der überhaupt nicht in die Geschichte passt. Das wichtigste ist nur anzufangen. Schreiben Sie also irgendetwas auf.

Schreiben Sie auf die Art und Weise, wie Sie sich dabei wohlfühlen. Versuchen Sie nicht einen der bekannten Autoren zu kopieren, denn das sind Sie nicht. Ich entscheide mich persönlich immer für eine sehr einfache und klare Sprache. Die meisten Leute wollen sich nach einem langen harten Tag entspannen. Sie haben genug Probleme im Kopf und wollen diese einfach nur für ein paar Stunden entfliehen. Denken Sie daran beim Schreiben. Ich persönlich will keinen Nobelpreis gewinnen, sondern meine Leser unterhalten.

Kommen Sie an einem Punkt nicht weiter? Schreiben Sie an einer anderen Stelle weiter, an einer der wichtigen Etappen aus ihrer Vorbereitung. Es entstehen neue Ideen, die die beiden Szenen verbinden werden. Seien Sie nie frustriert. Das Schreiben soll Spaß machen und keine Qual sein. Wenn Sie mit klarem Kopf an die Arbeit gehen und Ihrer Phantasie freien Lauf lassen, dann werden Sie überrascht sein, wohin die Reise Ihres Protagonisten führen wird.

Haben Sie eine Schreibblockade? Kein Problem! Hier gibt es mehrere Tipps. Ich für meinen Teil, wenn ich mal welche habe, lege die Arbeit nieder und gehe hinaus in den Park. Sie wollen nicht raus? Dann wird Ihnen das Erstellen einer „Mind-Map“ helfen. Eine Mind-Map ist eine Gedankenkarte. Schreiben Sie das wichtigste Wort in die Mitte (z.B. einen Namen, einen Ort, einen Gegenstand, …), umrunden Sie es und ziehen neue Linien, wie eine Sonne. Sehen Sie sich das untere Beispiel an:

Mind-Map_DWZB

Das Gehirn ist nur ein Muskel, das trainiert wird. Je mehr sie schreiben und Geschichten erfinden, desto weniger Schreibblockaden werden Sie haben. Falls Sie doch einmal eine haben, dann kommen Sie durch das vorherige Training schneller wieder heraus.

Sie sind am Ende der Geschichte angelangt? Gratulation! Jetzt legen Sie sie beiseite und machen eine oder zwei Woche lang etwas anderes. Vergessen Sie Ihr Buch komplett und genießen Sie das wunderbare Gefühl dieses ersten Abschlusses.

Tipp: Besuchen Sie einen Workshop für Kreatives Schreiben. Selbst wenn Sie denken, dass Sie einen Kurs nicht brauchen: Er wird Ihnen helfen, das verspreche ich Ihnen.

Ich empfehle zwei gute Bücher zum Thema „Schreiben“: Die 50 Werkzeuge für gutes Schreiben – Handbuch für Autoren, Journalisten, Texter (Roy Peter Clark) und Vier Seiten für ein Halleluja: Schreibratgeber (Hans Peter Roentgen)

Die 50 Werkzeuge_Cover Vier Seiten für ein Halleluja

6. Die Geschichte: Die Überarbeitung

Ab hier fängt die ernstere Seite des Schreibens an.

Nach Ihrer Auszeit lesen Sie ihr Buch einmal komplett durch und machen Sie sich Notizen. Schreiben Sie Sätze oder ganze Abschnitte neu, wenn Sie Ihnen nicht gefallen. Trauen Sie sich ruhig etwas komplett zu entfernen oder umzuändern. Dafür ist die Überarbeitung da.

Fragen Sie sich: Liest sich die Geschichte flüssig? Ist sie so plausibel? Kann man sich die Orte, Gerüche, Sinnesempfindungen, Gefühle, etc. auch wirklich vorstellen? Sind manche Abschnitte zu lang, oder zu kurz? Ist ein Ort zu viel, oder zu wenig beschrieben? (Ich für meinen Teil beschreibe meistens nur die wichtigsten Merkmale und selten einen Ort ausführlich. Das hat nichts mit Faulheit zu tun. Zu viel Realismus ist nicht notwendig, denn der Leser kann sich den Rest sehr gut vorstellen.) Gefällt mir die Geschichte, so wie sie ist? Tauche ich richtig ein und werde von ihr verzaubert? Nein? Dann ändern Sie das!

7. Die Geschichte: Erstleser

Die Überarbeitung ist hinter Ihnen. Bravo! Sind Sie mit Ihrem Buch zufrieden? Bestimmt!

Bevor Sie sich an einen Verlag wenden, schnappen Sie sich zwei bis drei vertrauenswürdige und zuverlässige Erstleser. Drucken Sie die Manuskripte aus und fragen Sie sie, ob sie das Buch lesen und kommentieren könnten. Ihre Erstleser sollen direkt auf das Manuskript schreiben, damit Sie alle Kommentare auch nachvollziehen können. Sie brauchen konstruktive Kritik. Diese bekommen Sie nur, wenn Ihre Erstleser Ihr Werk auch wirklich nur neutral betrachten. Sie sollen sich die gleichen Fragen stellen, die Sie sich während der Überarbeitung gestellt haben. Sagen Sie ihnen das, denn ohne gute Kommunikation wird nur sinnlose Zeit verschwendet. Sie werden überrascht sein, wie viele gute Verbesserungen Sie dadurch bekommen werden.

Warten Sie bis alle Erstleser fertig sind und überarbeiten erst dann Ihr Buch erneut, ansonsten verlieren Sie nur Zeit.

Kam das Buch bei den Erstlesern nicht an und Sie wissen durch die Kommentare warum? Verzweifeln Sie nicht! Nehmen Sie es als Ansporn das Buch besser und interessanter zu schreiben!

Well, my book is written – let it go. But if it were only to write over again there wouldn’t be so many things left out. They burn in me; and they keep multiplying; but now they can’t ever be said. And besides, they would require a library – and a pen warmed up in hell. – Mark Twain, Letter to W. D. Howells, 22 Sept 1889

Irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem man aufhören sollte. Durch zu viele Verbesserungen kann man nämlich die Geschichte auch kaputt machen. Wann ist dieser Punkt? Wenn Sie spüren, dass die Geschichte so für sie gut genug ist. Schreiben ist auch ein Lernprozess. Im nächsten Buch werden Sie alles deutlich besser und auch schneller bewältigen.

Und jetzt ab zum zweiten Teil: Das Buch!

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